Es fing nicht mit Software für Betriebe an. Es fing mit meinen eigenen Unterlagen an: Fotos, Dokumente, die Steuer. Alles wurde digital, und gefühlt wollte jede kleine Funktion dafür ein eigenes Abo. Meine Daten lagen überall, nur nicht bei mir. Also habe ich gemacht, was ein Schwabe macht, wenn ihm etwas zu teuer und zu unordentlich ist: selber bauen.
Ein eigener Server. Digitale Ablage gab es schon lange, Ordner kann jeder. Mich hat interessiert, was davor und danach passiert. Ich wollte meine Nachweise digital haben, aber ganz sicher keinen Aktenordner Seite für Seite einscannen und von Hand benennen. Ein Schwabe macht so etwas einmal, und dann soll es von selbst laufen: Dokument rein, Text erkannt, benannt, richtig zugeordnet, in Sekunden wiedergefunden. Der Plan hielt ungefähr bis zum ersten Wochenende. Denn wer Dokumente automatisch sortiert, will Zugriff von unterwegs. Dann Benutzer und Rechte. Dann Sicherungen. Dann ein Dashboard, das überwacht, ob die Automatisierung noch läuft. Inzwischen läuft das übers ganze Haus: Home Assistant, ein Raspberry Pi hier, der Server dort. Das Haus meldet mir den Füllstand der Zisterne und ob ein Dachfenster offen steht. Angefangen hat es mit einem Aktenordner, den ich nicht scannen wollte.
„Erst verstehen, dann bauen“ kommt aus diesem Haus. Dort habe ich Dienste aufgesetzt, Systeme verbunden, Automatisierungen gebaut, verworfen und besser neu gebaut. Nicht aus dem Lehrbuch, sondern weil daheim etwas nicht lief und am Sonntagabend niemand abnimmt, den man fragen könnte. Da hilft nur selber schauen. Gelernt habe ich dabei vor allem eins: Digitalisieren kann man fast alles. Automatisieren sollte man erst, wenn man den Ablauf verstanden hat. Und benutzt wird eine Lösung nur, wenn der Mensch damit zurechtkommt und sofort sieht, was sie ihm abnimmt.